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Bürgerfest Heidelberg 2020

Am 12. Januar lud Oberbürgermeister Dr. Würzner die Heidelberger Bürger zum Bürgerfest ins Patrick-Henry-Village ein. Dabei gab er auch jungen Heidelberger Unternehmen und Startups die Möglichkeit, sich in einem eigens eingerichteten Zelt den Bürgern zu präsentieren. Mit dabei natürlich auch Südwest Mietbienen!

Großes Interesse am Stand von Südwest Mietbienen

Viele Bürger interessierten sich nicht nur für unser Angebot, sondern auch ganz allgemein für Honig- und Wildbienen. Dabei verliehen sie ihrer Sorge um das Verschwinden von Bienen und Insekten Ausdruck. So unschön dies ist, ist es doch erfreulich wie stark sich mittlerweile ein Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit entwickelt hat und in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Und auch, wie positiv unser Konzept der Vermietung von Bienenvölkern aufgenommen wurde. Eben gelebter Umweltschutz und Nachhaltigkeit vor Ort, zum Sehen und Anfassen. Und sogar zum Schmecken, wie sich viele Bürger anhand unserer Probiergläschen mit Honig überzeugen konnten.

Auch konnten wir spannende Kontakte zu verschiedenen Unternehmen knüpfen, etwa aus der Medien-, Landschaftsgestaltungs- oder Immobilienbranche. Interessante Kunden und spannende Kooperationen zeichnen sich ab.

Das Heidelberger Bürgerfest 2020 – ein voller Erfolg!

2019 – Ein schlechtes Honigjahr

Nach einem guten Honigjahr 2018 schlug das Pendel in diesem Jahr leider in die andere Richtung aus. In vielen Regionen Baden-Württembergs waren die Ernten schlecht wie lange nicht. Statt Honig zu ernten mussten in manchen Gegenden die Völker gar zugefüttert werden um sie vor dem Verhungern zu bewahren. Durchschnittlich konnten die hiesigen Imker 2019 lediglich ca. 13 kg je Volk ernten, was einem Minus von über 60% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Gründe hierfür lassen sich im Mai finden. Zumindest aus imkerlicher Sicht war der Mai viel zu nass und kalt, nur wenige Tage waren warm und trocken genug, um den Bienen ihre Sammelaktivität zu erlauben. Daher zehrten sie in dieser Phase von den bereits im April gesammelten Vorräten und standen Ende Mai praktisch ohne Honig da. Da Bienen sehr anpassungsfähige Geschöpfe sind, reagierten sie auf dieser Mangelsituation mit einer deutlichen Einschränkung der Brut – die Rechnung ist simpel, weniger Nachwuchs benötigt schließlich weniger Futter. Diese Strategie erlaubt den Völkern das Überleben auch unter diesen widrigen Bedingungen.

Leere Honiggläser – Für viele Imker im Südwesten 2019 ein vertrauter Anblick

Diese aus Bienensicht sinnvolle Strategie hat für den Imker allerdings den Nachteil, dass die Völker auch nach Ende der Schlechtwetterperiode deutlich kleiner waren als zu vergleichbaren Zeitpunkten in anderen Jahren, sprich es waren im Juni also deutlich weniger Bienen vorhanden. Es fehlte schlichtweg an Mannschaftsstärke im Betriebsraum um größere Mengen Nektar zu sammeln, so dass nach der Frühjahrsernte auch die Sommerernte deutlich geringer ausfiel als in den letztren Jahren.

Doch sicher ist, dass 2020 wieder ein besseres Jahr ist. Denn der Imker ist stets ein (Zweck-)Optimist.

Von Mitbewohnern und anderen Schmarotzern

Es gibt eine Vielzahl von Tieren, welche in den Bienenvölkern ihr Zuhause gefunden habe. Manche schädigen die Bienen, wie beispielsweise die Varroamilbe oder die Wachsmotte. Andere hingegen haben keine negativen Auswirkungen auf die Bienen. Manche können sogar von Vorteil für die Biene sein, wie zum Beispiel der Bücherskorpion, dem nachgesagt wird Varroamilben zu jagen.

Mäusenest im Bienenkasten

Insbesondere im Winter gibt es aber auch größere Tiere, die von oder in Bienenvölkern leben. Das Futter wird knapp, es wird kalt. Was liegt da näher, als es sich im warmen Bienenvolk gemütlich zu machen wird sich so manche Maus denken. Daher befestigen Imker im Spätherbst Mäusegitter an den Fluglöchern der Völker, um den Mäusen den Zutritt zu verwehren. Zu dieser Jahreszeit sitzen die Bienen oft schon in der Wintertraube und das kalte Flugloch wird nicht mehr verteidigt – freier Eintritt für Mäuse aller Art. Ist der Imker nachlässig und befestigt das Gitter nicht oder falsch, kann er im Frühjahr schon einmal Mäuseschäden vorfinden. Die Mäuse „pflücken“ sich einzelne Bienen aus der Wintertraube und fressen sich durch unbesetzte Futterwaben. Damit es gemütlich wird, baut die kluge Maus sich ein kuscheliges Nest, welches der überraschet Imker im Frühjahr im Boden seines Volks findet.

Ein improvisierter Spechtschutz

Bienen sind nicht nur für Mäuse ein gesuchtes Winterfutter. Wenn es draußen nichts mehr gibt, dann schaut man eben drinnen nach Futter, denkt sich so mancher Specht. Immer wieder finden Imker Löcher in ihren Beuten, welche der Specht hinein gehauen hat um sich die Bienen aus dem Inneren einzuverleiben. Wird dies rechtzeitig bemerkt hält sich der Schaden oft in Grenzen und als Gegenmaßnahme werden die Beuten mit Netzen oder, wie hier im Bild, eher unkonventionell mit Voilierendraht gesichert. An warmen Tagen kommt die Biene raus, der Specht aber nicht mehr ran.

Da hatte jemand Appetit auf Bienen und Honig. Unklar ob ein Waschbär, Marder oder andere Tiere am Werk waren.

Selten kommt es auch vor, das größere Tiere wie Marder oder Wildschweine sich an Beuten vergehen. In manchen Regionen wird auch der Waschbär zum Problem, der im Extremfall ganze Bienenstände zerlegen kann. Hier im Südwesten ist der Waschbär glücklicherweise aber (noch) kein Problem.

Einengen der Völker

Mitte Februar, Sonne, 17°C – Der Frühling schickt seine Vorboten dieses Jahr bereits ungewöhnlich früh und intensiv. Beste Bedingungen für die Bienen um ihren Reinigungsflug zu erledigen und ihre Kotblasen nach Wochen kühlen Wetters und dem damit verbundenem ‚Hausarrest‘ wieder zu entleeren. Bei dieser Gelegenheit wurden die Völker eingeengt, also von zwei Zargen (Kisten) auf eine Zarge reduziert. Hierzu wurden zehn Waben entnommen, vornehmlich leere Waben aus dem Randbereichen und solche mit überschüssigem Winterfutter. In der verbleibenden Zarge finden sich in der Mitte nun alle Waben die bereits Brut enthalten, flankiert von Waben mit Winterfutter.

Bienenvölker in der Februarsonne

Mit dieser Maßnahme wird es dem Bienenvolk erleichtert seinen Wärmehaushalt zu regulieren. Da weniger Platz zur Verfügung steht sitzen die Bienen enger auf den verbleibenden Waben. Durch den dichteren Wabenbesatz müssen die einzelnen Bienen weniger Energie aufwenden um die Brutflächen warm zu halten und diese werden besser gewärmt. Dadurch verlängert sich sowohl das Leben der weniger beanspruchten Winterbienen als auch das der Bienen, welche aus der gut gewärmten Brut schlüpfen. Unterm Strich eine lohnende Maßnahme für Biene und Imker.

Sortieren der Waben: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten….

Die Waben mit dem entnommenen, überschüssigen Winterfutter werden den bald erstellten Ablegern zum Start als Futterreserve dienen, bis diese stark genug sind und sich selbst versorgen können. Leere und alte Waben hingegen werden eingeschmolzen und dienen so noch der Wachsgewinnung. Bis auf gelegentliche, kurze Kontrollblicke ob die Futterreserven der Völker noch ausreichen werden diese nun erst einmal in Ruhe gelassen, bis voraussichtlich Mitte oder Ende Märze die ersten Honigräume auf die Völker kommen. In diesen Zargen mit frischen, leeren Waben haben die Bienen dann ausreichend Platz um den gesammelten Nektar einzulagern und leckeren Honig zu erzeugen.

Restentmilbung mit Oxalsäure

Es ist Mitte Dezember, rund drei Wochen sind seit dem ersten Frost des Jahres vergangen. Die ideale Zeit um die Rest-Entmilbung anzugehen, da die Völker nun brutfrei sind. Der erste Frost ist für die Königin das Zeichen, das Eier legen einzustellen. Nun, rund drei Wochen später, sind aus den zuletzt gelegten Eiern fertige Bienen geschlüpft. Die Varroamilbe vermehrt sich in den Brutzellen, wo sie die Larven der Bienen parasitiert. Da es nun jedoch keine Brutzellen mehr gibt sitzen die Milben direkt auf den Bienen und sind so deutlich besser zu bekämpfen als dies unter dem schützenden Deckel der Brutzellen der Fall wäre.

 

Die Behandlung erfolgt mittels gelöster und niedrig konzentrierter Oxal-säure. Oxalsäure ist ein natürlicher Stoff, der z.B. auch in Spinat oder Rhab- arber vorkommt. Vermischt mit Wasser und Zucker wird die fertige Oxalsäure-Lösung auf die Bienen geträufelt, welche eng beisammen in der Wintertraube sitzen um sich zu wärmen. Bedingt durch das Reinigungs- verhalten der Bienen und den steten Platzwechsel der Einzeltiere (alle wollen und dürfen mal ins in das warme Innere der Wintertraube) verteilt sich die Oxalsäure so im ganzen Volk und erreicht alle Milben. Dabei werden über 90% der Milben abgetötet und den Bienen so ein guter Start ins folgende Jahr ermöglicht.